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Der Mensch ist einerseits ein Kind der
Natur, aber er hat sich andererseits gleichzeitig durch eigene Technik-Entwicklungen in vielen Bereichen von der Natur emanzipiert. Es gibt aber
auch große Bereiche, in denen diese Emanzipation von der Natur dem
Menschen nicht gelungen ist und wohl auch nicht gelingen kann. Dazu
gehört die Abhängigkeit des Menschen von "normaler Luft", von
"normalem Wasser", von den Wasser- und Stoffkreisläufen, von
der mikrobiellen Reinigungsleistung im Wasser und im Boden, von der
biologischen Chemo-Synthese energiereichen organischen Materials, von der
Klima-Regulation im Großen und im Kleinen und von der genetisch
gesteuerten Informationsübertragung |
von
Generation zu Generation (Genetik für das Wachstum, für die Vermehrung
des Lebens, Reproduktion) sowie vieles mehr.
In diesen, für den Menschen nicht
emanzipationsfähigen Umwelt-Bereichen kann er durch neuartige
Umwelttechniken und vor allem durch die viel weitergehende Ökotechnologie
in einer neuen Partnerschaft mit der Natur leben und dadurch auch Vorteile
gewinnen. Der Mensch muss mehr und schneller die Arbeit der Natur mit
ihren eigenen technischen Problemlösungen kennen lernen. Dies kann die
"Technische Biologie" leisten. Das "Von der Natur
lernen-Prinzip" wird zu einer neuen Produktionsgrundlage für die
"Nachhaltige Entwicklung". |
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Das 7 Meter hohe Groß-Modell
eines Spinnentieres aus der Gruppe der Weberknechte (Opiliones).
Natürliche Größe des Körpers: 6 mm Länge.
Das Besondere an dieser Tiergruppe ist
einmal die Gelenk-Technik. Die hochelastischen Gelenke bestehen aus einem
Verbundstoff, der aus Mikroschichten von Chitinen und Eiweißen
(Proteinen) zusammengesetz ist. Diesen Verbundstoff nennt man "Resilin".
Die menschliche Technik kennt einen so so elastischen Plastoff (Elastomer)
vom Aufbau her bisher nicht. Für Prothesen wäre dieses Material -
namentlich im Bereich von künstlichen Gelenken - sehr interessant.
Die zweite Besonderheit diese Weberknecht -
Großmodells liegt in der "Lasso-Greiftechnik" mit zahlreichen
Fußgelenken, durch die ein Weberknecht mit Hilfe zentraler
Gehirnsteuerung - auch im Dunkel - in einer hohen Grasschicht nach dem
Lasso-Prinzip durch die Halme laufen kann, als sei es ein Laufen über die
glatte Bodenoberfläche (leistungsfähige Sensorik).
Foto: B. Heydemann |
Gelenke unterschiedlichster Struktur und
Funktionen: Die Aufnahme zeigt 10
komplizierte Gelenk-Ansätze einer Riesen-Garnele von unten.
Gerade Krebse zeigen
zahlreiche komplizierte Gelenk- und Klappen-Bildungen. Hier liegt ein
Interesse für Übertragung in Medizintechnik vor, insbesondere in Bezug
auf Chitin-Komponenten. Die Großkrebse - zu denen auch die Garnelen
gehören - sind durch ihre besonderen Laufkünste auffallend: Vorwärtslaufen, Seitwärtslaufen und
Rückwärtslaufen; und alles dazu mit einer großen Geschwindigkeit - eine
Sache von Gelenken.
Foto: B. Heydemann |